15.05.04: El "Gran" Festival in der Eisporthalle Darmstadt

Ein Bericht von Martin Keller von SalsaDE über die Veranstaltung vom 15.05.2004

 

Der Flyer verkündete Großes:

Salsa Cubana, Los Sabrosos, DLG (nachgefragt in Originalbesetzung!) und Tulile - ach nein - später auf einem anderen Flyer Sergio Vargas. Die ?25.- im Vorverkauf schienen gut investiert und auch ?30.- an der Abendkasse sind nicht zu teuer. Da kamen viele Gäste von außerhalb, aber auch einige Gäste werden deshalb nicht auf das Frankfurter Salsa-Boot von DJ Sukker gegangen sein (wären sie nur).

 

Über die Veranstaltung berichten hier nun einige Fotos und Kommentare...

Der Veranstaltungsort

Eissporthalle Darmstadt

Wie wir seit dem Konzert von Grupo Niche vor einigen Jahren wissen, ist die Eissporthalle kein hervorragen- der Ort zur Durchführung von Musikkonzerten. Bei entsprechnen- der Beschallung, Baumaßnahmen zur Echounterdrückung und großem Publikum kann es aber zu halbwegs brauchbaren Ergebnissen kommen.

 

Doch wo war das Publikum, die Echounterdrückung? Die zweite Sound-Technikercrew, die sich am Set versucht hatte, war jedenfalls der Meinung, die Akkustik in den Griff zu bekommen, nachdem aus organisatorischen Gründen eine andere Crew am Vortag das Handtuch geworfen hatte. Auf jeden Fall ein undankbarer Job!

 

Im Hintergrund ist neben der leeren Bühne auch die Hallenuhr zu sehen. Sie zeigt 20:48 Uhr, d.h. fast zwei Stunden nach Beginn der Veranstaltung.

Gastronomie

Gastronomie

Während in der Halle auch über 1.5 h nach Konzertbeginn noch Soundcheck stattfand und Instrumente aufgebaut wurden, nahmen die teilweise sehr weit angereisten Gäste das Angebot von Tapas und Getränken dankbar an. Die Stimmung war gut, wie später nicht beim Konzert.

 

Das Barpersonal war stets freundlich und bemüht, doch so richtig durchorganisiert war auch die Gastronomie hier nicht. Der Tem- peratur des Bieres nach war auch die Zapfanlage noch nicht lange aufgebaut. Die viele Latinos haben hier allerdings bewiesen, daß man auch mit weniger optimalen Zuständen entspannt umgehen kann.

 

 

Mittelalter-Salsa?

Niederlänische Mid-Age Gruppe "Tumultus Simplex"

Die meisten Festivalbesucher waren sich nicht ganz sicher, ob diese Gruppe von wohltätowierten und außerordentlich beeindruckend gebauten Künstlern ihre Akkustikgeräte auf der richtigen Veranstaltung aufgebaut haben. Sie waren nicht angekündigt und die Musik hatte aber auch gar nichts mit dem Thema zu tun. Für ein kleines Warm-Up war die Vorstellung aber ganz nett, und die drückende Stille durch fehlen des DJ's vorher war vergessen.

 

Die Überraschung war den Veranstaltern jedenfalls geglückt. Aber warum wurden sie nur so schnell von der Bühne beordert?

Azucar Negra

Azucar Negra

Als Ersatzband für DLG wurde kurzfristig die begeisternde und u.a. vom Chango Latin-Palace aus mehreren erfolgreichen Auftritten bekannte cubanische Timba-Formation engagiert. Da jedoch weder Spesen noch Honorar für die Künstler entrichtet wurde, war der An- und Abtransport des Equipments die einzige Performance der Band.

 

Diskussion an der Kasse

Kasse

Der Veranstalter war stets freundlich und bemüht, allen Gästen mit ihren Wünschen entgegenzukommen. Die Security mußte dank Disziplin aller Beteiligten nicht handgreiflich werden.

Ashé de Cuba

Retter des Festivals - Ashé de Cuba

Die Retter des Festivals: die einzige Gruppe spielte mit großem Elan und Talent gegen die katastrophale Akkustik. Direkt vor der Bühne war es auszuhalten und dank kleinem Publikum fand dort auch jeder einen Platz. Meiner Meinung nach war es ihr bester Auftritt, den ich je von ihnen gesehen habe. Um so trauriger, daß sie nach der Super-Vorstellung kein Hotelzimmer bekamen, weil die Organisation auch das vermasselt hat...

webmaster

Webmaster

Unter den Gästen weilten auch einige Autoren einschlägiger Salsa-Webseiten nebst Begleitung. Der Spaß an Ashé de Cuba war jedenfalls ansteckend und ausgelassene Party-Freude zumindest partiell feststellbar.

Sergio Vargas

Manager von Sergio Vargas

Als Ersatz (?) für den nahezu unbekannten Tulile (nur DJ Sukker spielt seine Scheibe in Rhein-Main gelegentlich) organisierten die Veranstalter den dominikanischen Superstar Sergio Vargas nebst vollständigem Orquesta. Die Musiker waren schon vor Ort und die Instrumente ausgeladen, als der Tourbetreuer und der Manager der Gruppe das Scheitern der letzten Verhandlungen mit den Veranstaltern Equipment und Musiker wieder einladen ließ.

 

Die sprichwörtliche dominikanische Lebensfreude läßt auch noch bei einer solchen Katastrophe einen Konzertabbruch zur ausgelassenen Abreiseparty werden.

Top-Act

Sergio Vargas im Hotel bei Darmstadt

Der Superstar des Abends jedenfalls hat von den Ereignissen in der Eissporthalle nicht viel mitbekommen. In dem außerordentlich gastfreundlichen und hilfsbereiten Hotel Aron in Rossdorf wartet er auf den Einsatzbefehl seines Managers, der jedoch nicht kommen wird...

 

Womit bereitet sich übrigens ein sicherlich Brugal-Rum geprüfter dominikanischer Merengue-Star auf seinen Auftritt vor? Mit Kamilletee! Alles in Allem konnte ich Sergio Vargas als sehr freundlichen und entspannten Profi kennenlernen, der fern von Skandalen seine Arbeit ernst nimmt.

 

An dieser Stelle übrigens auch Grüße an Thomas Jung, den Webmaster des erfolgreichen DomRep-Magazin, der zwar den größten Teil des Jahres auf Hispanola verbringt, aber anläßlich des Festivals auch seinem Star die Ehre erwiesen hat.

Sergio Vargas, Roberto Laura und Hans-Dieter Otto im Changó Frankfurt

After-Festival-Party

Die spontan organisierte After-Festival-Party im Latin Palace Chango zeigte den dominikanischen Gästen, daß Salsa im Rhein-Main Gebiet durchaus einen hohen Stellenwert hat und auch große Veranstaltungsräume wie das Changó durchaus zum Brechen voll sein können.

 

Aus den Gesprächen des Abends könnte sich möglicherweise ein neues Konzert ergeben!

Das Ende von "Tumultus Simplex"

Ende

Ach ja, wie ging das "Festival" in der Eissporthalle denn nun zu Ende?

Man sehe auf dem Bild rechts eine Hallenuhr (00:27 Uhr), die Super-Mid-Age-Gruppe "Tumultus Simlpex" nebst vier hartgesottenen Schlafverweigerern und einigen einsamen Getränkebehältern.

 

Vielen Dank übrigens an Peter Horn, der seiner neue Digitalcamera unter schwierigsten akkustischen Bedingungen dieses Bild entlockte.